Streik in der Charité

29. April 2015 - Klinikbetrieb

Heute streiken die Mitarbeiter der Berliner Charité. Der Berliner Tagesspiegel schreibt: „Der Charité-Ausstand ist im Kern ein politischer Streik - er fordert nicht nur die Universitätsklinik, sondern das Gesundheitswesen heraus. … Die Streikenden fordern … mehr Kollegen auf den Stationen. Sie wollen nachts nicht mit 25 Patienten allein sein, sie wollen mit Schwerkranken reden, ohne gleich zum nächsten Patienten hetzen zu müssen, sie wollen Überstunden abbauen, statt anzuhäufen. Kurz: Sie wollen ein anderes Gesundheitssystem. … Pflegekräfte … werden kaum irgendwo in der westlichen Welt so verheizt wie in Deutschland. Selbst in den USA gehen Kliniken pfleglicher mit ihrem Personal um. Dort kümmert sich eine Kraft um sechs, sieben Patienten. Die Streikenden an der Charité fordern nun ein Verhältnis von eins zu fünf. Die Klinikleitung erklärte folgerichtig, die Forderung sei etwas für die Bundespolitik, mit den eigenen Mitteln jedenfalls nicht zu erfüllen. Der Senat, dem die prestigeträchtige Charité gehört, sieht das genauso – und wird sich mit den Streikenden treffen. Ein erster Erfolg, denn die Landespolitiker werden die Forderung wohl dorthin tragen, wo sie hingehört: zur Bundesregierung. …". Ob sich die Schwestern und Pfleger an der Charité überschätzen?“

Zu wünschen wäre genau das Gegenteil. Darf man soviel Optimismus hegen? 


Schulden

22. April 2015 - Finanzplanung

Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt Wolfgang Gerke, emeritierter Professor für Bank- und Börsenwesen , was ihm Kunst bedeutet - und warum sich junge Leute möglichst hoch verschulden sollten. Das Handelsblatt übernimmt diese Aussagen zu meinem Erstaunen quasi unkommentiert!

Seit wann haben junge Menschen denn einen ausreichenden Überblick über ihre finanzielle Zukunft?


Gefälligkeitsgutachten

16. April 2015 - Praxisführung, Haftung und Haftpflicht

Das Bundesverfassungsgericht hat sich mit ärztlichen Gefälligkeitsgutachten befasst. Allerdings nur am Rande, denn es ging um die Frage der Zulässigkeit einer Praxisdurchsuchung: Nachdem der Verdacht von „Gefälligkeitsgutachten“ im Raume stand, erwirkte die zuständige Staatsanwaltschaft einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss. Sie ließ die Praxisräume eines Zahnarztes durchsuchen und beschlagnahmte alle Unterlagen – einschließlich der Praxis-PC’s.

Gegen diese – aus seiner Sicht unverhältnismäßige – Maßnahme zog der betroffene Zahnmediziner erfolglos bis vor’s Bundesverfassungsgericht. Dort wurde er belehrt, dass das öffentliche Interesse an wahrheitsgemäßen (zahn-)ärztlichen Gutachten höher zu bewerten sei als das Recht der freien Berufsausübung, sodass bei dringendem Tatverdacht die Durchsuchung der Praxisräume gerechtfertigt sei. Den damit einhergehenden Reputationsschaden müsse er hinnehmen. 

Wohl dem, der bei derartigen Vorwürfen rechtzeitig einen qualifizierten Anwalt zu Rate ziehen kann!

Artikel von RA Dr. Wieland Schinnenburg auf www.dzw.de


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