Staatliche Förderung der Altersvorsorge

16. Mai 2016 - Finanzplanung

Lange Zeit waren die Deutschen ein Volk der Sparer. In den letzten Jahren haben allerdings immer weniger Deutsche einen privaten Rentenvertrag abgeschlossen. Wie Umfragen belegen, sind vor allem die niedrigen Zinsen eine Ursache dafür. Auch staatliche Förderungen, wie bei Riester-, Rürup und baV-Verträgen, können die Skepsis vieler Menschen an privater Vorsorge nicht beseitigen.

Tatsächlich profitieren nicht wenige Riester-Sparer kaum oder gar nicht von der staatlichen Förderung. 2011 erhielten von 15,3 Mio. Riester-Verträgen nur 11,4 Mio. staatliche Zulagen. Ein Viertel aller Verträge blieb aber ohne Förderung, weil die Mindestbeiträge nicht eingezahlt wurden oder der Vertrag ruht.

Auch wenn die Rentabilität von Riester-Verträgen bezweifelt wird: Die Förderung gibt es gratis – also kann man nicht früh genug anfangen! Wer die Regeln beachtet, für den lohnt es sich auch bei Niedrigzinsen zu „riestern“.

dazu ein Artikel im Handelsblatt
Siehe auch: €uro 11/15, Seite 58, Artikel „Verschenkte Milliarden“


Kann die kapitalistische Wirtschaftsordnung eigentlich gerecht sein?

30. April 2016 - Finanzplanung

Handelsblatt-Gespräch mit Prof. Julian Nida-Rümelin

Viele Kapitalismuskritiker sind der Überzeugung, dass die freie oder soziale Marktwirtschaft egoistische Instinkte der Menschen anspricht. Sie bezweifeln, dass unsere Wirtschaftsordnung jemals Grundlage für eine humane und soziale Gesellschaft sein kann. Stimmt das?

Der frühere Kultur-Staatsminister im Bundeskanzleramt versucht in seinem Buch „Die Optimierungsfalle. Philosophie einer humanen Ökonomie“ eine Antwort zu finden.

Er legt Wert darauf, dass Marktwirtschaft nur erfolgreich funktionieren kann, wenn sich alle Beteiligten auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihren Wirtschaftspartnern verlassen können. Das Verhältnis von Eigennutz und vertrauensvoller Zusammenarbeit bringt er auf die Formel „Keine Konkurrenz ohne Kooperation“. Dafür müssten ökonomische Märkte kulturell und ethisch in die Gesellschaft eingebettet sein. Sei dies nicht gewährleistet, würden Märkte dysfunktional.

Unternehmen fahren daher gut damit, ihren Mitarbeitern Urteilsvermögen über ihren jeweiligen Aufgabenbereich zuzugestehen, die auf moralischen Werten basiert.

Bedroht sei eine humane Wirtschaftsordnung allerdings von der globalen Finanzwirtschaft und Teilen der Internet-Ökonomie. Zudem sei die Wirtschaftsethik in Deutschland höher entwickelt als in den USA, wo „business ethics“ vorwiegend am Shareholder Value orientiert seien.

Download des Handelsblatt-Journals  vom April 2016. Der Artikel befindet sich auf den Seiten 3 und 4


Vollmacht zur Vorsorge

14. April 2016 - Medizin und Gesundheit

Rechtsanwalt Lutz Arnold, Experte für Kapitalanlagen und Vorsorgeverfügungen, warnt im Versicherungsmagazin Pfefferminzia vor zehn Fehlern beim Abschluss einer Vorsorgevollmacht.

  1. Wahl des falschen Rechtsinstitutes: Grundsätzlich sollte zwischen Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung unterschieden werden. Die Vorsorgevollmacht legt den Bevollmächtigten rechtsverbindlich fest. Das Gericht kann dann keinen staatlichen Betreuer mehr einsetzen. In der Betreuungsverfügung schlägt man vor, wer Betreuer werden soll. Dies obliegt aber dem Vorbehalt einer richterlichen Entscheidung. Insofern ist von einer Betreuungsvergütung abzuraten. Die Vollmacht ist die richtige Wahl.
  2. Das Formular stammt nicht vom Fachmann: Standarttexte aus dem Internet sollten nicht verwendet werden. Das Dokument sollte vom Notar verfasst sein: Der haftet dafür!
  3. Falsche Personen oder falsche Rangfolge: Es ist nicht ratsam, mehrere Personen gemeinsam zu ernennen (z.B. die Kinder).
  4. Nicht über den Tod hinaus denken: Wird in der Vollmacht nicht ausdrücklich erwähnt, dass sie über den Tod des Vollmachtgebers hinaus wirksam sein soll, besitzt die benannte Person keine Befugnisse nach dem Ableben.
  5. Es gibt Beschränkungen oder Lücken im Text: Die Vollmacht sollte immer unbeschränkt ausgestellt werden. So wird vermieden, dass der Vollmachtgeber einzelne Aktionen des Bevollmächtigten beauftragen muss.
  6. Unklarheit, ob der Arzt oder der Bevollmächtigte entscheiden soll: Viele Mustervollmachten lassen die letzte Entscheidung über das Abschalten medizinischer Geräte beim behandelnden Arzt. Der Bevollmächtigte sollte aber die letzte Entscheidung in Abstimmung mit dem Arzt gemeinsam treffen.
  7. Keine Aktualität der Dokumente: Die Kontaktdaten der eingesetzten Personen müssen aktuell gehalten werden. Sonst besteht die Gefahr, dass ein Arzt oder das Krankenhaus das Betreuungsgericht kontaktiert.
  8. Nur Originale gelten: Für unterschiedliche Institutionen und Behörden müssen Kopien der Vollmacht vorliegen.
  9. Haftung der Bevollmächtigten: Bevollmächtigte sind haftbar für Fehler bei Ausübung der Vollmacht (z.B. wenn sie Fristen verstreichen lassen). Dies kann ausgeschlossen werden.
  10. Keine echte Hinterlegung der Dokumente außer Haus: Die Dokumente sollten nicht nur zu Hause abgelegt werden. Wichtig ist es sicherzustellen, dass z.B. ein Krankenhaus im Notfall erfährt, dass eine Vollmacht existiert.

Artikel in Pfefferminzia vom 12.04.2016


Berufsständige Altersversorgung für Ärzte und andere Freiberufler

03. Dezember 2015 - Finanzplanung, Praxisführung

Wenn Angehörige eines freien Berufsstandes in einem Angestelltenverhältnis tätig sind, haben sie die Qual der Wahl zwischen zwei Alterssicherungssystemen.

Angestellten Kammerangehörigen stehen sowohl die gesetzliche Alterssicherung über die Deutsche Rente (die frühere BfA) als auch die der Versorgungswerke zu. Ihnen steht aber die Möglichkeit offen, sich als Angehörige eines freien Berufs von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen.

Dabei ist zu beachten, dass die Versorgungswerke eine andere Finanzierungssystematik verwenden, als es bei privaten Lebensversicherungen üblich ist. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass keine Äquivalenz zwischen Beitrag und Leistung für den individuellen Versicherten besteht. Stattdessen wird die Gesamtheit der Beiträge der Gesamtheit der Leistungen gegenübergestellt.

Angestellte unterliegen der kompletten staatlichen Versicherungspflicht. Nur bei der Rentenversicherung greift die erwähnte Befreiungsregelung. Selbständige unterliegen dagegen keiner zusätzlichen Versicherungspflicht durch die gesetzliche Rente: Alle Absicherungen, die das Versorgungswerk nicht leistet, müssen sie zusätzlich durch private Versicherungsverträge abschließen.

Wer bei den unterschiedlichen Vorsorgearten nicht aufpasst, verschenkt allerdings bares Geld: Dazu erschien im Ärzteblatt schon vor Jahren ein hervorragend recherchierter Artikel, der die Folgen einer Fehlsteuerung der Versorgungsbeiträge deutlich machte. Seither hat sich wenig geändert. Noch immer informieren sich viele Ärzte nicht rechtzeitig.

Artikel von Jürgen Möhring vom Dezember 2010
Siehe hierzu auch: AssCompact, Dezember 2015, S. 44f.


moderne Aufklärung

14. Juni 2015 - Medizin und Gesundheit, Praxisführung

Angstbesessene Patienten sind für Zahnärzte nichts Neues. Eine neuartige Software klärt die Patienten umfassend auf und bildet zugleich die Grundlage der Einwilligungserklärung ihrer Patienten. Wasserdicht - und schnell wie nie zuvor. Ein hochinteressantes Projekt!

Ob es das auch für die Humanmediziner geben wird?

Wir werden darüber berichten!

 

 

 


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