Kann die kapitalistische Wirtschaftsordnung eigentlich gerecht sein?

30. April 2016 - Finanzplanung

Handelsblatt-Gespräch mit Prof. Julian Nida-Rümelin

Viele Kapitalismuskritiker sind der Überzeugung, dass die freie oder soziale Marktwirtschaft egoistische Instinkte der Menschen anspricht. Sie bezweifeln, dass unsere Wirtschaftsordnung jemals Grundlage für eine humane und soziale Gesellschaft sein kann. Stimmt das?

Der frühere Kultur-Staatsminister im Bundeskanzleramt versucht in seinem Buch „Die Optimierungsfalle. Philosophie einer humanen Ökonomie“ eine Antwort zu finden.

Er legt Wert darauf, dass Marktwirtschaft nur erfolgreich funktionieren kann, wenn sich alle Beteiligten auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihren Wirtschaftspartnern verlassen können. Das Verhältnis von Eigennutz und vertrauensvoller Zusammenarbeit bringt er auf die Formel „Keine Konkurrenz ohne Kooperation“. Dafür müssten ökonomische Märkte kulturell und ethisch in die Gesellschaft eingebettet sein. Sei dies nicht gewährleistet, würden Märkte dysfunktional.

Unternehmen fahren daher gut damit, ihren Mitarbeitern Urteilsvermögen über ihren jeweiligen Aufgabenbereich zuzugestehen, die auf moralischen Werten basiert.

Bedroht sei eine humane Wirtschaftsordnung allerdings von der globalen Finanzwirtschaft und Teilen der Internet-Ökonomie. Zudem sei die Wirtschaftsethik in Deutschland höher entwickelt als in den USA, wo „business ethics“ vorwiegend am Shareholder Value orientiert seien.

Download des Handelsblatt-Journals  vom April 2016. Der Artikel befindet sich auf den Seiten 3 und 4

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